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Thema A - Erinnern & Wissen

Thema A - Erinnern & Wissen

WARUM

Schwer erreichbare Teilnehmer/innen kommen oft aus schwierigen Verhältnissen, mit denen sie nicht zurechtkommen. Es kann sein, dass sie sich nicht wohl fühlen, wenn sie mit Menschen anderer Herkunft zusammenkommen. Diese Übungen ermutigen sie, ihre Herkunft zu ehren, ihre Geschichten zu erzählen und Vertrauen und Freundschaften in der Gruppe aufzubauen.

ZIELE

Das Thema zielt darauf ab, mit kreativen Methoden:

●        Bedingungen für Empowerment, Empathie, Inklusion und Vertrauen zu schaffen

●        Über die Erfahrungen mit Vielfalt und die Weltsicht der Teilnehmer:innen nachzudenken

●        Kulturelle/gesellschaftliche/weltanschauliche Veränderungen in der letzten Generation zu erkennen

KOMPETENZEN

Die Fähigkeit, Integrität und Authentizität vorzuleben; die Fähigkeit, sich in andere mit unterschiedlichem Hintergrund einzufühlen; die Fähigkeit, sich in die Gruppe einzufühlen

DIMENSION / SDG Bezug

Dimension Weltsicht

SDG 10 - Verringerung von Ungleichheiten

SDG 3 - Gute Gesundheit und Wohlbefinden

Aktivitätstitel

Vielfalt kartieren (1 Std.)

A1. Fluss des Lebens (1,5 bis 3 Stunden)

A2. Ältere Menschen befragen (3 bis 5 Stunden)

A3. Tiefes Teilen (1 bis 1,5 Stunden)



 Aktivität A.1: Fluss des Lebens (1,5 bis 3 Stunden)

WAS: Moderator/innen schreiben den Leitfaden für jede Phase auf (diese Fragen/Kommentare sind nur ein Leitfaden, bitte passe sie an den lokalen/kulturellen Kontext an). Überlege dir, ein Video zu drehen, indem du den Text laut vorliest, damit die Teilnehmer den Text mit Ton kombinieren können, was das Verständnis für viele Teilnehmer verbessert.

WIE:  Aktivität "Fluss des Lebens" (1 bis 1,5 Stunden)

Reflexion und Synthese (30 Min./45 Min.)

Schritt 1 - Reflektiere: Stell dir dein Leben als einen Fluss vor, der zu diesem Workshop geführt hat. Welches sind die verschiedenen Ströme und Flüsse, die dich hierher gebracht haben? Denke an die bewegten Zeiten in deinem Leben und an die Herausforderungen oder Felsen, die du überwunden hast. Wenn dein Leben ein Fluss wäre, welche Form würde er haben? Wo sind die Biegungen und Kurven, an denen sich deine Situation oder Perspektive geändert hat?  War der Übergang sanft oder plötzlich? Gibt es Steine oder Felsbrocken - Hindernisse oder lebensverändernde Momente - die in deinen Fluss zu finden sind? Gibt es Punkte, an denen der Fluss schnell oder langsam fließt?

Einzelarbeit: Beginne mit dem Zeichnen eines Bildes DER FLUSS DEINES LEBENS

 

Schritt 2 - Rahmen: Trage auf dem Flussbild dein Alter und/oder deine Daten ein.  Identifiziere Schlüsselereignisse in deinem Leben; das können Felsbrocken/Stromschnellen im Fluss sein oder Stellen, an denen der Fluss eng ist oder sich weit öffnet. Benenne jeden Abschnitt deines Lebensflusses

 

Schritt 3 - Wegweiser: Denke an die verschiedenen Menschen, die dich auf deiner Reise als Fluss begleitet haben. Halte die wichtigsten Beziehungen und Verluste an den entsprechenden Stellen deines Lebensflusses fest. Du kannst auch Gedanken und Gefühle aufschreiben, die mit diesen Beziehungen verbunden sind.  Welche Beziehungen waren zu verschiedenen Zeiten in deinem Leben besonders wichtig? Wer hat dich am meisten geprägt?

Gab es auf dem Weg dorthin bedeutende Verluste von Beziehungen?

Welche Gruppen oder Gemeinschaften von Menschen waren am wichtigsten?

 

Schritt 4 - Kontextualisierung: Denke über deinen Lebensweg und deine Entwicklung nach.

Platziere Lebensereignisse mit Worten und/oder Symbolen an den entsprechenden Stellen in deinem Diagramm/Bild.
Notiere die Zeiten, in denen du oder andere viel Schmerz oder Leid erfahren haben, die den Fluss deines Flusses prägen.

Was war in der Welt los - lokal, regional?

 

Schritt 5 Beurteile: Notiere, was für dich wichtig war.

Welche Werte, Verpflichtungen, Gründe oder Prinzipien waren in den verschiedenen Lebensphasen am wichtigsten? Auf welche Ziele, wenn überhaupt, hast du deine Energie hauptsächlich gerichtet?

Welches Ziel hat dazu beigetragen, den Fluss des Lebenswassers zu einem bestimmten Zeitpunkt in deiner Erfahrung zu formen?

Überprüfe den ganzen Fluss; stellt er dein ganzes Leben dar?

Wurde ein wichtiges Element ausgelassen? Passe es nach Bedarf an.

REFLEXION (Gruppenprozess): Tausche die Zeichnungen in Gruppen von 4/5 aus (ernenne einen Gruppenleiter, um sicherzustellen, dass jeder eine Chance hat, seine Geschichte zu hören/vorzutragen.

SYNTHESE (Moderation): Lade ein paar Leute ein (als Kommentar zu einem Beitrag oder in einem Online-Meeting) zu erzählen, was ihr Bild darstellt (optional). Bereite eine Online-"Galerie" zum Teilen vor. Der/die Vermittler/in schreibt eine Zusammenfassung der Überlegungen, um Empathie und Wertschätzung für Vielfalt zu entwickeln. Falls alle zustimmen, können die Ergebnisse auf der YINT Online Plattform geteilt werden.

TIPP: Fördere die Verwendung von Farben, Texturen und Symbolen in der Übung "Fluss des Lebens". 
 Du kannst Flussbilder aus anderen Gruppen oder aus dem Internet zeigen, um die Teilnehmenden zu inspirieren.

REFERENZEN: Übung zum Fluss des Lebens | OnBeing Mit dem Fluss des Lebens als Werkzeug (in Englisch)



 Aktivität A.2: Befragung älterer Menschen (3 bis 5 Stunden +)

EINFÜHRUNG (10 min)

Das beste Klassenzimmer der Welt liegt den Älteren zu Füßen" (Andy Rooney)

Unsere Ältesten besitzen die Weisheit vieler Generationen. Aus den alten Geschichten und Traditionen können wir viel lernen. Ihre Erfahrungen, aber auch ihre Irrwege, ihre Fehler geben uns Impulse, über uns selbst nachzudenken. Aber oft sind wir aber zu beschäftigt, um zuzuhören und zu lernen. Viele haben keinen Kontakt zu Älteren. Diese Aktivität bietet uns die Möglichkeit, von den Älteren in unseren Familien und Gemeinden/Gemeinschaften zu lernen. 

VORBEREITUNG AUF INTERVIEWS (30 min)

Besprecht in 3er-Gruppen, wen ihr interviewen werdet (einzeln oder gemeinsam).

Vereinbare einen Termin für das Gespräch (als Hausaufgabe). Überprüfe die Fragen (Beispiele findest du unten)

Mach einen Plan, wer interviewt wird und wie das Interview aufgezeichnet wird (Video-/Tonaufnahmen/Notizen).

INTERVIEWS (60 bis 90 min)

Jede Person interviewt einen Ältesten (in Dreiergruppen oder einzeln). Beispielfragen:

F. Wofür bist du dankbar?

F. Wie hast du in deiner Gemeinde/Gemeinschaft gefeiert, als du aufgewachsen bist? 

F. Was hat sich in deinem Leben verändert, seit du ein Kind warst?

F. Was schätzt du an der traditionellen Kultur und was ist dir wichtig?

F. Was schätzt du an der modernen Kultur und worüber bist du besorgt?

F. Was war eine große Herausforderung in deinem Leben und wie hast du sie gemeistert?

F. Hast du ein traditionelles Lied, das du mit uns teilen möchtest?

F: Gibt es etwas, das du bereust?

F: Was denkst du, sollte die junge Generation nicht tun, obwohl du es getan hast?

INFORMATIONEN ZUSAMMENSTELLEN UND VORBEREITUNG DER PRÄSENTATION (30 Min. bis 2 Std.)

Finde die wichtigsten Zitate heraus. Zeichne ein Bild oder mache ein Poster, das die Ergebnisse darstellt. Optional: Drehe in Gruppen oder einzeln ein 3-5-minütiges Video mit den Highlights des Interviews (kann mehr Zeit in Anspruch nehmen).

PRÄSENTATION & REFLEXION (30 min)

Hänge Bilder im Klassenzimmer/Online auf (YINT Online Plattform). Zeige Videoclips. Diskutiert in kleinen Gruppen.

-          Wie habt ihr euch bei den Interviews mit den Älteren gefühlt? Was hast du über die Herausforderungen erfahren, mit denen sie konfrontiert waren?

-          Beschreibe andere wichtige Lektionen, die du von den Älteren gelernt hast?

DEBRIEFING & SCHLUSSKREIS (30 Min.)

Wie hast du dich gefühlt, als du Ältere interviewt hast? Welche wichtigen Eigenschaften hast du von deinen Älteren gelernt?

Wie haben sich die Dinge verändert? (Ermutigung zum Positiven & Herausforderungen)

Wertschätzung der Vielfalt und Entwicklung von Empathie!

SCHLUSSKREIS - Singe ein traditionelles Lied (mach ein Projekt, um traditionelle Lieder zu sammeln und aufzuführen) Das kannst du auch online machen.


 Aktivität A.3: Tiefes Teilen (synchronisiert)

ZUSAMMENFASSUNG

Einführung und Aufteilung in Gruppen (10 Min.)
Tiefes Teilen in Gruppen/Triaden (1 bis 1,5 Stunden)
Reflexion (30 Min.)
Nachbesprechung (30 Min.)
Tagebuch/Zeichnen/Abschluss (10 Min.)

Intensiver Austausch in Gruppen/Diskussionsrunden

Teilt euch in Gruppen auf: Wenn sich Gruppen bilden, z.B. Migranten aus ähnlichen Orten oder mit ähnlichem kulturellem Hintergrund sollem sie zusammenbleiben (3 bis 5 Personen; homogene Gruppen). Der Austausch kann in der Muttersprache erfolgen.

Persönliche Reflexion: Rose & Dorn - (1 oder 2 von jedem). Zeichnen/Schreiben - Die Rose(n) (die besten Seiten) meines Lebens waren ... Zeichnen/Schreiben - Die Dornen (die schwierigen Seiten) meines Lebens waren ... Tauscht euch in der großen Gruppe aus.

Moderatoren-Input und Einleitung der Übung "Tiefes Teilen":

Aktives Zuhören, Zeugnis ablegen, effizientes Sprechen, vom Herzen sprechen


Rollen:

●        1 Person spricht,

●        1 Person hört zu, stellt Fragen

●        1 Person Beobachter/Zeitnehmer/Zuhörer

●        Geschichten austauschen - Beginn mit geführtem Atmen, stille Zeit

15 Min. pro Person. Wenn sie früher fertig sind, können sie sich in Ruhe hinsetzen und dann zur nächsten Person weitergehen.

Beispielfragen:

F. Erzähle etwas, wofür du dankbar bist.

F. Erzähle von einer schwierigen Erfahrung in deinem Leben und wie du sie überwunden hast.

Nachdem alle drei gesprochen haben, teilt euch mit, wie ihr euch fühlt und bedankt euch gegenseitig.

Wenn die Gruppe früher fertig ist, kann sie sich in Ruhe über ihre Erfahrungen austauschen.

REFLEXION: Individuelle Reflexion und Tagebuchführung 

TIPP: Plane nach dem intensiven Austausch eine Pause ein, da dieser sehr intensiv und emotional sein kann.
Bitte die Gruppe, sich später am Tag zu melden um zu wissen ob alles OK ist.  
Wenn du starke Emotionen bemerkst, melde dich später bei den Einzelnen/Gruppen.

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